Ingenieurbüro Dr.-Ing. R.-J. Gebler GmbH

Wegweisende Projekte

Lageplan Verbindungsgewässer
Lageplan Schlitzpass

Neubau eines großzügig dimensionierten Verbindungsgewässers und einer technischen Fischaufstiegsanlage (Vertical-Slot-Pass) an der Salzach in Salzburg (A)

Unmittelbar unterhalb der bestehenden Sohlschwelle (Sohlstufe Lehen) in der Salzach innerhalb des Stadtgebietes von Salzburg wurde von der Salzburg AG 2013 das Wasserkraftwerk Sohlstufe Lehen errichtet.

Im Rahmen des Neubaus erfolgte die Erstellung einer Fischaufstiegsanlage bestehend aus einem Schlitzpass (Vertikal-Slot-Pass) und einem naturnahen Bachlauf, die Fischen ein Aufstieg aus dem direkten Unterwasser des Kraftwerks ermöglicht. Zusätzlich zum Fischaufstieg erfolgte die Errichtung eines großzügig gestalteten Verbindungsgewässers vom Stauraum in das Unterwasser. Dabei wurde ein vorhandener Zufluss im Unterwasser des Kraftwerks, der sogenannte Glankanal, in das Gewässer integriert und naturnah umgestaltet.

Salzburg AG

  • Einreichplanung
  • Ausschreibung
  • Ausführungsplanung
  • Baubegleitung / Bauleitung

Dipl.-Ing. Paul Lehmann

Konzept Verbindungsgewässer:

Das Verbindungsgewässer setzt sich aus folgenden Einzelbausteinen zusammen:

  • Naturnahes Verbindungsgewässer
  • Einlaufbauwerk
  • Übergang zum Glankanal (Raugerinne 1)
  • Unterer Abschnitt Glankanal
  • Mündungsabschnitt zur Salzach (Raugerinne 2)

Das Naturnahe Verbindungsgewässer zweigt 40 m oberhalb des Wehres in einem 3,5 m breiten Zulaufbauwerk vom Stauraum ab.
Hier wird der Abfluss für das Verbindungsgewässer und für den Fischaufstieg in einen naturnahen Bachlauf ausgeleitet.
Unmittelbar unterhalb der Wehrachse zweigt das Verbindungsgewässer von dem Bachlauf ab. Die Regulierung des Abflusses in Abhängigkeit vom Salzachabfluss und der Jahreszeit erfolgt am Beginn des Gewässers in einem Einlaufbauwerk.  

Das Einlaufbauwerk setzt sich aus einem ungeregelten und einem geregelten Abflusskontrollquerschnitt zusammen. Über dieses Bauwerk wird das Gewässer mit einem Abfluss von 0,5-2,5 m³/s beschickt.
Unterhalb des Bauwerkes verläuft das 5-8 m breite, naturnah gestaltete Gewässer in Richtung Glankanal. Bedingt durch die Höhenlage
eines zu querenden Abwassersammlers am Ende dieses Abschnittes wird das Gewässer mit einem relativ geringen Gefälle gestaltet.

Der Übergang zum Glankanal erfolgt über ein ca. 50 m langes Raugerinne mit einer Neigung von 1:35. Durch eine Absenkung der Sohle im Glankanal oberhalb der Mündung kann der Glankanal von der Einmündung des Raugerinnes bis zum Mündungsbereich mit einem Gefälle von 1 % gestaltet werden.

Die Strukturierung dieses ca. 180 m langen unteren Abschnitts des Glankanals erfolgt durch den Einbau von Stromschnellen aus Grobkies bzw. Steinen (Kiesschnellen), strömungsberuhigten Tiefwasserzonen und einem durchgehenden tiefen Gewässerlauf (Sicherstellung des
Fischaufstieges) sowie strömungsberuhigten Bereichen.

Unterhalb schließt sich daran der Mündungsabschnitt bis zur Salzach an. Dieser Abschnitt wird wieder als Raugerinne mit einem Gefälle von 1:35 ausgeführt. Die Länge dieses Abschnittes beträgt ca. 150 m und verläuft teilweise parallel zur Salzach in der Böschung.

Konzept Fischaufstiegsanlage:

Die Fischaufstiegsanlage setzt sich aus folgenden Einzelbausteinen zusammen:

  • Naturnaher Bachlauf als Verbindung zwischen FAA und Stauraum
  • Dotation des Mündungsabschnitts
  • Schlitzpass (Vertical-Slot-Pass) innerhalb der UW-Böschung zum Krafthaus
  • Zählbecken im oberen Abschnitt des Schlitzpasses

Der naturnahe Bachlauf führt parallel zu dem Uferweg mit einem geringen Gefälle in Richtung Unterwasser des KW.
Unterhalb des KW verläuft der Fischaufstieg nach Querung des Uferweges als Schlitzpass in einem Betongerinne innerhalb der Böschung zum KW.

Zur Erhöhung der Leitströmung wird über eine separate Dotierleitung ein zusätzlicher Abfluss von bis zu 0,8 m³/s in den
Mündungsabschnitt eingeleitet. Der Gesamtabfluss von bis zu 2,0 m³/s wird durch einen vertikalen Schlitz in der Ufermauer parallel zur Turbinenströmung in das Unterwasser geführt.

Um den Aufstieg für die sohlsubstratorientierten und leistungsschwachen Arten im Schlitzpass zu ermöglichen und um eine strömungsberuhigte Zone im Bereich der Einmündung in das UW zu schaffen, wird unter dem min. Unterwasserspiegel eine Berme zwischen Ufermauer und Turbinenauslauf angeordnet. Die Berme schließt sohlgleich an die Sohle des Fischaufstieges / Schlitzpass oberhalb der Mündung an.

Zur Durchführung der Funktionskontrolle wird im oberen Bereich des Schlitzpasses ein Zählbecken errichtet.

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