Ingenieurbüro Dr.-Ing. R.-J. Gebler GmbH

Wegweisende Projekte

Umgehungsgerinne nach Fertigstellung
Blick auf fertiggestellten Abschnitt

Neubau eines großzügig dimensionierten Verbindungsgewässers am Rhein in Dogern (DE)

Im Zuge der Neukonzession des Rheinkraftwerks Albbruck-Dogern AG wurde am Stauwehr auf der Schweizer Seite ein neues Wehrkraftwerk errichtet. Mit dem Bau des Kraftwerks war die Errichtung eines naturnahen Verbindungsgewässers als Fischaufstiegsanlage am linksseitigen Ufer der Wehranlage verbunden.

Durch das Verbindungsgewässer wird die aquatische Durchgängigkeit für alle Fische und somit auch für Großsalmoniden wie dem Lachs sowie das Makrozoobenthos gewährleistet.

Das Verbindungsgewässer setzt sich aus folgenden Einzelbausteinen zusammen:

  • Zulaufbauwerk im Oberwasser des Wehres
  • naturnaher Gewässerlauf
  • Schlitzpass
  • Mündungsrampe in das Unterwasser des Wehres

Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt AG

  • Genehmigungsplanung
  • Ausschreibung
  • Ausführungsplanung
  • Baubegleitung / Bauleitung

Dipl.-Ing. Paul Lehmann

Gesamtkonzept Verbindungsgewässer:

Das Verbindungsgewässer zweigt ca. 400 m oberhalb des Wehres in einem Zulaufbauwerk vom Stauraum ab.

– Das mit Kiesschnellen strukturierte Verbindungsgewässer verläuft im Gelände entlang des Oberwasserdammes in Richtung Unterwasser.

  • 100 m unterhalb der Wehrachse führt das Verbindungsgewässer unter der neuen Zufahrt zum Wehrkraftwerk / Wehr hindurch.
  • Anschließend zweigt ein technischer Fischpass (Schlitzpass) vom Verbindungsgewässer ab. Der Fischpass führt zum Unterwasser des WKW.
  • Die Mündung in das Unterwasser des WKW erfolgt in Fließrichtung an der Saugschlauchmündung über einen Sammelkanal. Hierdurch wird den der Hauptströmung folgenden Fischen der Aufstieg vom Unterwasser des Wehrkraftwerkes in das Verbindungsgewässer ermöglicht.

– Das Verbindungsgewässer geht unmittelbar unterhalb der Querung der Zufahrt in ein steileres Raugerinne innerhalb der Uferböschung über. Das Raugerinne mündet 240 m unterhalb des Wehres in den Altrhein (Ausleitungsstrecke) und schließt an die natürliche Gewässersohle an.

– Bei einer Gesamtlänge von ca. 900 m überwindet das Verbindungsgewässer insgesamt einen Gesamthöhenunterschied von ca. 10,5 m. Hiervon entfallen ca. 4,4 m auf den unteren Raugerinneabschnitt (Anschluss Altrhein) bzw. den Schlitzpass.

Konzept Bausteine:

Zulaufbauwerk im Oberwasser

  • Der Anschluss an den Stauraum wird mit einem 25 m langen und insgesamt 8 m breiten Bauwerk (Betonkonstruktion) im Querschnitt des Oberwasserdammes errichtet.
  • Innerhalb des Zulaufbauwerkes erfolgt die Regulierung des Abflusses des Verbindungsgewässers.
  • Der schwankende Oberwasserspiegel wird innerhalb des Zulaufbauwerkes ausgeglichen.

Naturnaher Gewässerlauf

– Der zu überwindende Höhenunterschied bis zur Querung der neuen Zufahrt zum Wehr / Kraftwerk im UW wird durch eine vielfältige Strukturierung des Gewässers mit Kiesschnellen und tiefen Gewässerläufen abgebaut.

– Der naturnahe Gewässerlauf weist eine Breite von 7 – 20 m auf. Das mittlere Gefälle beträgt ca. 0,75 %. Bei einem Abfluss von 2,0 – 5,0 m³/s entsteht ein Gewässer mit dem Charakter eines kleinen Flusses.

– Das Verbindungsgewässer verläuft parallel zum Oberwasserdamm bzw. Sickergraben in einer Schüttung bis ca. 150 m oberhalb der Wehrachse. Die Geländeaufschüttung ist max. 2,7 m hoch.

– Bedingt durch die einzubauende Abdichtung des Gewässers ist praktisch auf der gesamten Länge ein Geländeabtrag nötig.

– Ca. 150 m oberhalb des Wehres liegt der Wasserspiegel im Gewässer auf Geländeniveau. Bis zur Querung der Zufahrt zum WKW beträgt der max. Geländeeinschnitt etwa 2 m.

Schlitzpass

– Der Anschluss an das WKW besteht aus einem Schlitzpass, der unmittelbar unterhalb des Brückenbauwerkes der neuen Zufahrt vom Verbindungsgewässer abzweigt und entlang der neuen Ufermauer zum WKW führt.

– Der Schlitzpass überwindet einen Höhenunterschied von 4,25 m. Die Auslegung erfolgt entsprechend den Anforderungen für Großsalmoniden. Der Abfluss beträgt 0,57 – 0,68 m³/s.

– Die Mündung in das Unterwasser des WKW erfolgt über einen Sammelkanal direkt über dem Saugschlauch / Turbinenauslauf.

– Zur Erhöhung der Leitströmung verläuft vom Verbindungsgewässer (unterhalb der Querung der Zufahrt) eine separate Bypassleitung an die Mündung bzw. zum Sammelkanal. Über diese Leitung kann ein zusätzlicher Abfluss von bis zu 4,0 m³/s zur Mündung geführt werden.

Anschluss an Ausleitungsstrecke (Mündungsrampe)

Unterhalb des Brückenbauwerkes der neuen Zufahrt zum Wehr wird eine ca. 7-14 m breite Mündungsrampe errichtet. Die Rampe mündet ca. 240 m unterhalb der Wehres. Die Rampe wird auf einen Abfluss von Q = 0,5 – 3,0 m³/s dimensioniert und überwindet einen Höhenunterschied von 4,51 m.

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