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Ingenieurbüro
Dr.-Ing. Rolf-Jürgen Gebler GmbH
Wiederherstellung der Durchgängigkeit am Mühlenwehr Grötzingen


Auftraggeber:





Vom Ing.-Büro Dr. Gebler
ausgeführte Arbeiten:



Seit November 2012 ist das Mühlenwehr inmitten der Ortslage Karlsruhe-Grötzingen außer Betrieb. Die Klappen des Dachwehres sind zusammengefaltet und liegen auf dem Wehrfundament auf, wodurch der ursprüngliche Oberwasserstand abgesenkt wurde und der Mühlengraben trocken liegt.

Der durch das Wehrfundament verbleibende Höhenunterschied beträgt jedoch noch ca. 70 cm, wodurch das Bauwerk für die gesamte Gewässerfauna weiterhin nicht zu überwinden ist und der natürliche Austausch der Gewässerfauna innerhalb der Pfinz verhindert wird. Aus diesem Grund beabsichtigt das Regierungspräsidium Karlsruhe die ökologische Durchgängigkeit durch eine möglichst naturnahe Umgestaltung der Wehranlage wiederherzustellen.

Hierzu wird eine Sohlengleite ab dem bestehenden Wehr in Richtung Oberwasser errichtet. Die Sohle muss hierzu eingetieft und das Wehr z.T. abgebrochen werden. Durch die Auffüllung des Tosbeckens mit einer Steinschüttung wird der Sohlanschluss hergestellt.

Nach einem Abriss des Wehrhauses und der Betonmauern auf der rechten Gewässerseite wird der vordere Bereich des Mühlgrabens umgestaltet, sodass er als Unterhaltungszufahrt an die Sohlengleite aber auch als Aufenthaltsbereich für Anwohner und Passanten genutzt werden kann.

Durch das Eintiefen der Gewässersohle wird die Standsicherheit der verbleibenden, linken Ufermauer gefährdet. Direkt vor der Ufermauer wird daher eine Sicherung aus Bohrpfählen mit Kopfbalken angebracht. Für den Anschluss an die bestehende Infrastruktur müssen auf der rechten Uferseite zusätzlich zwei neue Stützwände errichtet werden.

Funktionsweise der Sohlengleite:

Der zu überwindende Höhenunterschied wird in Stufen von durchschnittlich 13 cm abgebaut. Die einzelnen Stufen werden durch Querriegel gebildet, die aus hochkant gesetzten Blocksteinen bestehen. Innerhalb der Riegelreihen werden zwei definierte Lücken freigelassen, die auf die größten zu erwartenden Fische angepasst sind. Zwischen den Riegelreihen werden kleinere Blocksteine dicht an dicht gesetzt. Dadurch entsteht ein stabiles Steingerüst, in dem die Riegelsteine eingebunden sind und eine Auskolkung der Sohle unterbunden wird.

Das Grundelement des Fischaufstieges bildet eine Niedrigwasserrinne in der Mitte der Sohlengleite. In diesem ca. 7,0 bis 9,0 m breiten Bereich wird die Gerinnesohle niedriger eingebaut, sodass Wassertiefen von ca. 80 cm eingehalten werden. Die Strömungsverhältnisse sind dabei so gewählt, dass alle heimischen Fische und auch andere im Wasser lebende Organismen das Bauwerk überwinden können.
Regierungspräsidium Karlsruhe
Referat 53.2
Gewässer I. Ordnung, Hochwasserschutz  Bau und Betrieb



- Planung
- Ausschreibung
- Bauüberwachung / Abrechnung



Übersicht
Ausgangssituation: Blick auf das Mühlenwehr aus Richtung Unterwasser
Ausgangssituation: Blick auf das Mühlenwehr und das Einlaufschütz in den Mühlgraben
Bohrpfahlarbeiten für die Stützwand am Fußgängerweg über die Pfinz.
Abfahrtsrampe im Mühlgraben für die Arbeiten im Gewässerbett.
Bohrpfahlarbeiten in der Pfinz für die Mauerfußsicherung (linke Ufermauer).
Abschnittweise Herstellung des Kopfbalkens der Mauerfußsicherung und Abbrucharbeiten an der rechten Ufermauer.
Der Kopfbalken ist fertiggestellt, die rechte Ufermauer bereits zum Großteil abgebrochen.
Der Bereich der unteren Stützwand: Freilegen der hergestellten Bohrpfähle und Vorarbeiten für die betonierte Vorsatzschale.